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Neue Zürcher Zeitung 11.9.2007

Körperhafte Raumklänge von Alfred Zimmerlin

Duo Iridolon in der Kirche Fluntern

Ausserordentliche Raumerlebnisse können Saxofon und Orgel schaffen; zu besonderer Wirkung kam ihr Zusammenspiel im neuklassizistischen Bau der reformierten Kirche Zürich Fluntern, wo die Orgel sich vorne über die ganze Breite einer Empore erstreckt und somit jede Pfeife gleichsam ihren Klang-Ort ...

Ausserordentliche Raumerlebnisse können Saxofon und Orgel schaffen; zu besonderer Wirkung kam ihr Zusammenspiel im neuklassizistischen Bau der reformierten Kirche Zürich Fluntern, wo die Orgel sich vorne über die ganze Breite einer Empore erstreckt und somit jede Pfeife gleichsam ihren Klang-Ort hat. Und wo am Konzert des Duos Iridolon mit Lars Mlekusch (Saxofone) und Tobias Willi (Orgel) der Saxofonist nicht nur auf der Orgelempore und vor dem Abendmahlstisch auftrat, sondern in «anfione» (2007) von Hans-Jürg Meier die Akustik des einem korinthischen Tempel nachempfundenen Raumes auch von anderen Positionen um das Publikum herum auslotete. Bemerkenswert, welch skulpturalen Effekt in diesem kurzen, vom Duo Iridolon uraufgeführten Werk Schwebungen von mikrotonalen Intervallen zwischen Saxofon und Orgel quer durch den Raum machen. Ein körperhaftes Erleben von Zeit und Raum entstand aus Momenten des Verweilens, dann des Weitergehens, ausgelöst durch plötzliche präzise Bewegungen in die Weite des Tonraumes der beiden Instrumente. Ein Werk, das auf feine Weise mit Periodik, mit der Erinnerung an soeben Gehörtes und mit der Veränderung des Erlebens in der Zeit arbeitet. .

Vorbereitet wurde man darauf mit der Passacaglia in d für Orgel (BuxWV 161) von Dietrich Buxtehude, in welcher Periodik im Kleinen wie im Grossen eine ebenso bedeutsame Rolle spielt – das einzige Werk des Konzerts, welches nicht aus dem 20. oder 21. Jahrhundert stammte. Der Raum spielt auch in Giorgio Nettis Sopransaxofon-Solo «. . . affrettandosi verso il centro della luce risonante . . .» (1997) eine bedeutsame Rolle. Der Saxofonist verändert zwar seine Position nicht, aber die durch besondere Spieltechniken erzeugten komplexen Klänge des Instruments strahlen in je verschiedene Richtung ab und bewirken wiederum ein raumskulpturales, eminent musikalisches Empfinden.

Neben Werken von Luciano Berio (Sequenza VIIb) und Wilfrid Mellers («Succus Lunariae») erklangen zwei weitere Duo-Uraufführungen: eine genau ausgehörte «Méditation II» von Raphaël Gogniat und die fünf kurzen, expressiven und farbenreichen Skizzen «Painting/Orange» von Michael Schneider. Ein wunderbarer Abend dank Interpretationen von hervorstechender Qualität und Intensität.

Konzert mit dem Duo Iridolon, 2.9.2007 in Pfäffikon ZH

Heinrich Sigrist © «Der Zürcher Oberländer»

Modern, faszinierend

Das Duo Iridolon mit Lars Mlekusch, Saxofon, und Tobias Willi, Orgel, spielte unter dem Titel «... interrogare il cielo ...» (etwa: den Himmel erkunden) Werke vom Barock bis zur Moderne.

Um es vorwegzunehmen: Diese Art Musik entspricht sicher nicht jedermanns Geschmack und es war deshalb erstaunlich, dass sich am Sonntag trotzdem eine stattliche Anzahl Zuhörer in der reformierten Kirche Pfäffikon eingefunden hatte und der faszinierend dargebotenen Musik aufmerksam lauschte. Der Organist der Pfäffiker Kirchgemeinde gab den Anwesenden den Tipp, einfach dazusitzen, in den Himmel zu schauen und abzuwarten, was passiert.
Dieses Rezept erwies sich als sehr wirksam, denn schon das erste Stück, die Passacaglia in d (Bux WV 161) von Dietrich Buxtehude (1637-1707), erfreute mit seinen 28 Variationen über ein Thema mit sieben Tönen die Zuhörer sichtlich und stimmte so auf die folgenden, sehr anspruchsvoll klingenden Kompositionen ein.
Schon die erste Uraufführung, «anfione» (Amphion: Sohn von Zeus und Antiope), von Hans-Jürg Meier, geboren 1964, verblüffte durch die Mischung verschiedenster Klangfarben der Orgel und des Altsaxofons. Die Höreindrücke wurden noch beeinflusst, da der Saxofonist den Standort stets wechselte und so zusätzliche Effekte erzielte. Manchmal erinnerte diese Komposition mit ihren Vierteltönen des Saxofons ein bisschen an Pendereckis Messe. Das Register «Terzzimbel» setzte silbrige Akzente, was aber nicht darüber hinwegtäuschte, dass für beide Interpreten eine schwierige und anspruchsvolle Leistung zu erbringen war, welche sie jedoch absolut hervorragend meisterten.
In den folgenden Werken konnte man immer wieder das stupende Können des Saxofonisten bewundern, der seinem Instrument mit Doppeltönen und mit ins Instrument gesungenen Tönen Klangfarben entlockte, die man als Laie kaum für möglich gehalten hätte.
In einem nachfolgenden Gespräch erklärte er, dass einer der Komponisten mehrere hundert verschiedene Klänge ermittelt und in seine Komposition eingearbeitet habe, übrigens ohne den Anspruch, dass er sein Werk mit dem Saxofon spielen könnte.
Faszinierend war die absolute Präzision des Zusammenspiels der beiden Künstler, die ja räumlich weit entfernt voneinander musizierten. Ebenso beeindruckte die Modulationsfähigkeit von Pianissimo bis zum Fortissimo, was teils zu fast apokalyptischen Empfindungen führte, welche gut zum Fresko des jüngsten Gerichtes an der rechten Kirchenwand zum Chor passten.
Alle drei Uraufführungen waren Auftragswerke des Duos. Im letzten Werk mit dem Titel Painting/Orange, Fünf Skizzen für Orgel und Saxophon nach Brett Whiteleys «Portrait of Baudelaire» traten Orgel und Saxofon in einen spannungsvollen und farbenrei- chen Dialog. Das Konzert wurde mit einem witzigen Orgelpart beendet. Die Künstler und die anwesenden Komponisten erhielten einen kräftigen Applaus.

Solokonzert Baden 2005
"Alle Möglichkeiten ausgelotet", Aargauer Zeitung

Eröffnet wurden beide Konzertteile mit Sarabandes aus Johann Sebastian Bachs Cello-Suiten. Stilsicher interpretierte er diese grossen Werke in einer bemerkenswerten Bearbeitung für Baritonsaxofon. Der Höhepunkt war sicherlich die Welturaufführung des Werks «O, Star II» des jungen Zürcher Komponisten David Philip Hefti. Ein Werk der grossen Kontraste in Dynamik, Tempo und Ausdruck, das vom Ausführenden, fast wäre man geneigt zu sagen Artisten, sehr viel abverlangt. Der Solist und der anwesende Komponist wurden mit ausgiebigem Applaus bedacht. Ein asketisch weisser Raum, erleuchtet nur durch Notenpultleuchten und schwaches violettes Neonlicht schuf eine eigentümliche, aber passende Stimmung. Das Publikum erlebte ein hervorragendes Konzert, das sämtliche technischen und klanglichen Möglichkeiten des Saxofonspiels auslotete.



Claude Delangle, professeur de saxophone au Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris:

"J'atteste de l’excellent niveau musical et instrumental de Lars Mlekusch. Il fait preuve d’une originalité remarquable dans le choix de ses répertoires et ses collaborations avec plusieurs compositeurs de sa génération ont été déjà très fructueuses. Je me réjouis qu’il parvienne à mener de front de nombreux projets."



Solokonzert mit dem Orchesterverein Aarau 2005
"Freud und Leid vereint" Aargauer Zeitung

Das Konzert für Saxofon und Streichorchester des schwedischen Komponisten Lars-Erik Larsson bot mit dem Saxofonisten Lars Mlekusch Gelegenheit zum Höhenflug. Dass es nicht dazu kam, lag an der Örtlichkeit. Auch der Solist stemmte sich tapfer gegen den Raum und trotz der so gar nicht idealen Umstände konnte eines nicht untergehen: Lars Mlekusch beherrscht sein Instrument in allen Lagen und bei jeder Geschwindigkeit.

Solokonzert mit dem Ensemble STROMA aus Neuseeland Capital Times, NZ 2005

Swiss saxophone player Lars Mlekusch was the featured performer in a new work by Michael Norris, Splinter Cells, which has a raw and grainy quality. The strong rhythmic drive, which utilised Mlekusch’s agility (on alto and baritone saxes with an ensemble of flute, oboe, clarinet, horn, trumpet, trombone, piano, violins, viola , cello and double bass), added plenty of tonal colour to the clever writing. (...)Cells by Kyburz was the final work – and what a striking piece it is, musically very clever and quite analytical and mathematically structured. The performance was mesmerising and technically very difficult to carry off, but McKeich and the ensemble gave an outstanding performance.The varied percussion along with piano gave drive and momentum. Mlekusch demonstrated his astonishing virtuosity on soprano, alto, tenor and baritone saxophones. The whole was a real tour de force.

Duokonzert mit See Siang Wong, Klavier
„Zwei Solisten der Extraklasse spielten Moderne Musik" Aargauer Zeitung 2004

Fein im Klang und dynamisch führte Mlekusch sein Instrument bei Robert Schumanns Adagio aus dem Opus 70. Er spielte so sicher, als ob die Töne beim geringsten Hauch von sich selbst herauskommen würden. (…) Entschlossen und zielgenau interpretierten die beiden Solisten die Sonate in A-Dur von César Franck. Die Gefühlswechsel meisterten beide mit Hingabe und Leichtigkeit. Rasch und eindrücklich wechselte die Stimmung, aus den Gästereihen war kein Mucks zu hören, als ob der Atem stockte.  (…)“

Solokonzert

„Mal mystisch, lyrisch oder beinahe martialisch: Mlekusch begeisterte das Publikum mit reinem Ton und perfekter Technik.“ (AZ)

Arno Bornkamp, Internationaler Solist und Professor am Conservatory of Amsterdam:

"I have come to know him as a very bright person and a very fine musician. He combines a great musicality with technical perfection, a good taste with a fine presence on stage; in other words: he’ll be one of the leading classical saxophonists in Southern Germany, Switzerland and Austria. "

Frederick L. Hemke, Internationaler Saxophonist, Professor an der Northwestern University Chicago:

"Lars Mlekusch is a very talented and creative musician who has had fine experience in both performing and teaching. I consider him to be one of the finest and most accomplished of the young saxophonists who are performing in Europe today"